Worum es geht
Woher das Projekt kommt – und wie die eigentliche Anwendung mit Daten umgeht.
Die Ausgangsfrage
Am Anfang stand eine Frage aus dem Kollegium: Wie soll eine Komplexe Leistung geschrieben werden, wenn es KI gibt? Verbieten funktioniert nicht, ignorieren auch nicht. Also haben wir gefragt, wie Eigenleistung unter diesen Bedingungen überhaupt noch sichtbar wird – und daraus eine Anwendung gebaut.
Sie ist in langer Abstimmung mit dem Vitzthum-Gymnasium Dresden entstanden, Fassung für Fassung, und stützt sich auf wissenschaftliche und lerntheoretische Grundlagen – nicht auf das, was technisch gerade möglich ist. Derzeit läuft ein Pilotprojekt mit einer zehnten Klasse, in dem erprobt wird, ob der Ansatz im Alltag trägt.
Der Leitgedanke
Die KI ist Gesprächspartnerin, nicht Ghostwriterin – und alles, was im Gespräch passiert, bleibt für die betreuende Lehrkraft nachvollziehbar.
- Ein Assistent je Arbeitsphase statt eines Alleskönners. Jeder hat einen klaren Auftrag: Fragestellung schärfen, Wissen aufbauen, Argumentation prüfen, den eigenen Erkenntnisweg rekonstruieren.
- Fragen statt fertiger Texte. Die Assistenten schreiben keine Absätze, sondern hinterfragen und erklären. Das steht so in ihren Aufträgen – im Wortlaut nachzulesen.
- Recherche mit Quellenurteil. Was die KI im Web findet, erscheint als Liste mit Bewertung – und die Schülerinnen und Schüler prüfen selbst nach, wer dahintersteht.
- Bewertung als Vorschlag. Die KI-Einschätzung liefert Belegstellen und Begründung. Die Note bleibt eine pädagogische Entscheidung.
Datenschutz in der echten Anwendung
Die Demo läuft ohne Anmeldung. Genau das ist im Betrieb nicht so, und der Unterschied ist keine Kleinigkeit:
- Persönliche Konten statt offener Zugang; jede Anfrage ist einer Person zugeordnet.
- Zustimmung zu Nutzungsbedingungen vor der ersten Nutzung, versioniert – ändern sie sich, wird erneut gefragt.
- Ausschließlich offene Modelle (Open Weights) – Llama, Mistral und gpt-oss. Es gibt keine Anbindung an kommerzielle Dienste wie ChatGPT, Gemini oder Claude, wie sie hinter Fobizz oder KAI stehen. Kein Konto bei einem US-Anbieter, keine Weitergabe an dessen Vertragsbedingungen.
- Verarbeitung über einen eigenen Proxy beim Anbieter IONOS in der EU – deutsches Unternehmen, Rechenzentrum in Deutschland. Die Eingaben werden nicht als Trainingsmaterial genutzt.
- Feste Löschfrist: zwei Jahre nach Abschluss der Komplexen Leistung.
- Transparenz nach innen: Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass ihre KI-Gespräche für die betreuende Lehrkraft einsehbar sind. Das steht auf jeder Seite im Fuß.
Betrieb und Verantwortung: Medienpädagogisches Zentrum Dresden.
Fragen, Kritik, Interesse?
Das Projekt ist im Pilotbetrieb – Rückmeldungen aus dem Kollegium ändern tatsächlich noch etwas an der Anwendung.